Shout Out Louds

Shout Out Louds
Biography

1. Single: „Jumbo Jet“

2. Single: „Porcelain“

Album: „Ease My Mind“

In den fünfzehn Jahren ihres Bestehens haben die Shout Out Louds im Rahmen ihrer Konzertreisen die Welt mehrfach umrundet und dabei wechselhafte Erfolge gefeiert. Bei einem Konzert im brasilianischen Regenwald diente eine Kühlbox als Umkleideraum. Im japanischen Yokohama bestand das Publikum aus zwei Österreichern. In Sizilien gerieten sie in einen solchen Wolkenbruch, dass sie anschließend ihre Instrumente ausschütten mussten. Ihren durchnässten Bühnenbackdrop hängten sie zum Trocknen an die Fassade ihres Hotels. Eine Online-Recherche zum Thema Shout Out Louds ergibt, dass die Band bereits bei David Letterman und Jay Leno aufgetreten ist, mit den Strokes auf dem Höhepunkt ihrer Popularität auf Tour war und – das ist das Wichtigste – vier Alben mit großartiger Popmusik veröffentlicht hat. Nun kann sich die Welt über die Rückkehr der schwedischen Popmeister mit ihrem fünften Album „Ease My Mind“ freuen.

„Ease My Mind“ soll dabei keine musikalische Rückschau sein, vielmehr haben es sich die Shout Out Louds zum Ziel gesetzt, mit zeitlosen Indiepop-Songs zurückzukehren, die gleichsam von kenntnisreicher Genre-Tradition und erwartungsvollem Blick in die Zukunft künden. Nach dem Ausstieg von Schlagzeuger Eric Edman, der noch auf dem 2013er-Album „Optica“ getrommelt hatte, verpflichtete die Band Lars Skoglund, der u.a. in Lykke Lis Band spielt. Bei der Entstehung von „Ease My Mind“ wurde ihm eine wichtige Rolle zuteil. „Man kann ihn als Teilzeit-Bandmitglied bezeichnen“, erklärt Leadsänger und Gitarrist Adam Olenius. „Er ist auf dem Album zu hören und kommt mit uns auf Tour, aber er arbeitet nach wie vor auch für andere Künstler. Lars hat einen sehr guten Einfluss auf uns. Jeder hört ihm zu, wenn er etwas sagt.“

Auf dem ersten Stück des Albums, „Jumbo Jet“, gelingt es der Band, die Gedanken des Hörers zu kidnappen und sie an einen warmen, weit entfernten Ort zu entführen. Möglicherweise in Strandnähe. Möwen. Ein Leben frei von undankbaren Aufgaben. Ein Fleckchen Erde, das niemand mehr verlassen möchte. Kein Zweifel: dieses Album wurde in den schönsten Monaten des Sommers an einem Ort aufgenommen, an dem Palmen wachsen. Vielleicht Los Angeles? „Die Aufnahmen fanden zwischen Oktober und März in einem Keller in einem Vorort von Stockholm statt“, berichtigt Adam. Multiinstrumentalistin und Sängerin Bebban Stenborg ergänzt: „Auf dem Boden war Rattengift und im Nebenraum waren Junkies. Nicht gerade die naheliegendste Wahl, wenn man ‚Sunset Rock‘ machen will. Aber das ist wohl die Kraft des Eskapismus.“ Man könnte sagen, die Shout Out Louds sind zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. Als Produzent stand ihnen Fredrik Swahn (von der Band The Amazing) zur Seite, der der Band eine solche Energie einimpfte, dass es ihnen nicht schwerfiel, während der dunkelsten Monate des Jahres immer wieder Richtung Vorort zu tingeln. Hinzu stießen außerdem Måns Lundberg, der den Song „Souvenirs“ produzierte und Axel Algmark, unter dessen Regie „No Logic“ und „Angel“ entstand.

„Fredrik hat uns Auftrieb gegeben“, erinnert sich Adam. „Er gab uns viel Selbstbewusstsein. Wir waren drei Jahre weg gewesen und waren etwas unsicher. Ich hatte Fredrik auf Partys getroffen und das letzte Album seiner Band sehr oft gehört. Es hat großen Spaß gemacht, mit jemandem zu arbeiten, der nicht der jedermanns Stammproduzent ist“, ergänzt Bebban. „Fredrik ist voller Energie. Er kam in unseren Übungsraum, trank ein paar Bier und fing an zu tanzen. An einen derartigen Vibe waren wir in unserem Proberaum nicht gewöhnt. Das war sehr erfrischend.“ „Wir erlebten eine so gute Zeit im Studio, dass wir nach ein paar Tagen dort auch noch abhingen, als wir mit der Arbeit fertig waren. Jeder Track bekam seine eigene Afterparty.“

„Ich habe die meisten meiner Gesangsaufnahmen während solcher Partys gemacht“, gibt Bebban zu. „Ich bin etwas schüchtern, deshalb ergaben sich meine besten Takes spät abends, wenn ich etwas angeschickert war. Wir waren nie in Bestform, wenn wir in superschicken Studios aufgenommen haben. Die machen uns ängstlich und wir fühlen uns überwältigt und dieses Gefühl schleicht sich dann in die Musik.“

Nach einer dreijährigen Pause, in der sich die Bandmitglieder dem Familienleben und einigen Nebenprojekten widmeten, beschlossen Adam, Bebban, Gitarrist Carl von Arbin und Bassist Ted Malmros, sich wieder auf Shout Out Louds zu konzentrieren. Es war eine pro-aktive Entscheidung – wie man sie möglicherweise zwangsläufig treffen muss, um wieder in die Gänge zu kommen, wenn man bereits das halbe Leben miteinander verbracht hat. Die vier Bandmitglieder sind seit der Highschool miteinander befreundet und wuchsen als Kollegen und ständige Reisegefährten auf. Man kommt niemandem so nah wie in einem Tourbus, zusammengequetscht, Kilometer für Kilometer. Haben die Bandmitglieder also heute ein eher geschwisterliches Verhältnis als das eines alten Ehepaares? „Wir sind wie Geschwister. Wir wissen mittlerweile sehr gut, was die anderen an uns nicht ausstehen können“, sind sich alle einig. „Wir alle haben Seiten an uns, über die man sich leicht lustig machen kann. Wir machen zusammen Musik, weil es uns so verdammt viel Spaß macht, aber das machen wir auch schon unser halbes Leben. Wir haben gelernt, nicht immer alles so zu Herzen zu nehmen und einfach Gas zu geben.“

Der Titel des zweiten Tracks, „Paola“Bebbans Vorname – wurde von Adam als Hommage an die lange Freundschaft gewählt, die die Bandmitglieder miteinander verbindet. „Der Song handelt von einer Zeit in unserem Leben vor der Gründung der Band“, erklärt er. „Von den Versuchen, eine andere Art zu leben zu finden als die, aus der man kommt. Einen anderen Weg zu wählen. Ich hatte dafür erst einen anderen Text, aber dann hatte ich das Gefühl, dass das Album einen solchen Song braucht.“

Der sonnige Sound von „Ease My Mind“ entstand mitten im Winter in einem Vorort, doch der Großteil der Songs wurde in Adams Sommerhütte in der Nähe von Flen, südlich von Stockholm, geschrieben. „Dort gingen wir hin, um Tag und Nacht schreiben und üben zu können. Vier Leute und eine Drum Machine in einer Hütte. Das war sehr entspannt“, sagt Adam. „Man hielt ein Schläfchen, wachte auf und spielte ein wenig. Jemand anderes kochte Essen. Die Arbeitstitel der meisten Songs entstammte den Dingen, die wir gerade gegessen hatten.“

Der Albumtitel hat jedoch keinen Lebensmittel-Bezug. „Ease My Mind“ deutet auf etwas hin, nach dem wir alle unser ganzes Leben suchen: Trost. „Die Welt ist anders als am Beginn des Jahrtausends“, erklären Adam und Bebban. „In unserer Kindheit und Jugend waren uns politische Botschaften in der Musik nicht so bewusst und wir empfanden möglicherweise auch keine Notwenigkeit, die Welt um uns herum in dieser Art und Weise zu verstehen. Das hat sich mit den Jahren gewandelt. Die Welt macht in der jüngsten Vergangenheit einen sehr dystopischen und zerbrechlichen Eindruck und wenn man Kinder hat und älter wird, beschäftigt man sich zwangsläufig mit Themen, die wesentlich verheerender sind als Liebeskummer und das Gefühl von Verlorenheit. Doch in unserer Musik gestatten wir uns, Dinge so anzugehen, wie wir das schon immer getan haben: mit Emotionen anstatt Analyse. Musik als ein Mittel, den Dingen zu entkommen und dem Wunsch, eine Verschnaufpause einzulegen und nicht immer Angst haben zu müssen. Das bedeutet ‚Ease My Mind‘ für uns.“

Es geht also um Trost. Wovon handelt dann also der Titelsong? „Es beschreibt gerade heraus einen Booty Call als eine Form von Trost, wie wir ihn meinen“, erklärt Bebban, die bei dem Song die Leadvocals singt. „Es handelt davon, wie etwas Plattes, Gefühlloses – und im schlimmsten Fall sogar Schädigendes – doch noch einen Zweck erfüllen kann, wenn deine Emotionen komplett aus den Fugen geraten sind. „Diese kurzen Momente von Erleichterung, die dir auf lange Sicht möglicherweise überhaupt nicht gut tun, aber den akuten, reinen Schmerz lindern. Dass die ganze Hässlichkeit möglicherweise doch etwas Schönes beinhalten kann.“

(Sony Music)


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