Andrea Bocelli

Andrea Bocelli
Biography

Single: „Fall On Me“/“Ven A Mi“

Album: „Sì“

ANDREA BOCELLI – EIN PORTRAIT

Was tut man, wenn man bereits alles getan und erreicht hat? Wenn man mit 80 Millionen verkaufter Platten und einem legendären Ruf für Live-Auftritte zu den weltweit erfolgreichsten klassischen Musikern der Gegenwart zählt?
Was kann man noch erreichen, wenn man von Päpsten, Präsidenten und Königen geehrt wurde und auf den Bühnen der bedeutendsten internationalen Konzertsäle und Opernhäuser – ja, selbst in Fußballstadien stand?

Was ist das nächste Ziel in der Karriere eines Musikers, wenn man bereits mit einer Vielzahl der begabtesten Sänger- und Sängerinnen der Welt Duette gesungen hat, mittels Musik schafft, (Genre-) Grenzen zu sprengen und ein modernes Fußballmärchen in eines der größten emotionalen Musik-Momente verwandelt hat.

Wenn also der grandiose Auftritt mit Superstars wie Céline Dion, Tony Bennett, Chris Botti oder auch David Foster die Massen im New Yorker Central Park mitgerissen hat. Wenn man darüber hinaus bereits musikalische Kollaborationen mit internationalen TOP-Künstlern wie Jennifer Lopez, Ariane Grande, Nicole Scherzinger, LeAnn Rimes und Katherine Jenkins eingegangen ist. An der Seite von Ed Sheeran, einem der derzeit größten und erfolgreichsten Popstars der Welt, dessen Hit „Perfect Symphony“, und im Mai 2016 vor einer ganzen Nation im King Power Stadium für Claudio Ranieris Fußballteam Leicester City und dessen begeisterte Fans performt hat.

Wenn der Song, mit dem man bekannt geworden ist, schlichtweg einer der größten Welthits aller Zeiten ist (im Original „Con te partirò“, engl. „Time To Say Goodbye“). Wenn man Andrea Bocelli ist und bereits 15 Alben mit beliebten Stücken aus Klassik und Pop eingespielt hat, man unzählige Preise und Auszeichnungen für seine musikalischen Leistungen erhalten hat – darunter selbstredend einige der wichtigsten internationalen Awards wie mehrfach den World Music Award, den Golden Globe, den Grammy, zum wiederholten mal den BRIT Award und kürzlich sogar den BRIT Icon Award.

Was folgt dann?
Das wahrscheinlich Naheliegende – man kehrt zum Ursprung zurück, zu den eigenen Wurzeln und zu denen der Musik, die einen formte. Und so verwendete Andrea Bocelli viel Zeit, Leidenschaft und Mühe darauf, die entsprechenden Songs für sein neues Album zu finden: Neue Kompositionen, die neben den bisherigen Evergreens, mit denen er den einmaligen Ruf als meisterhafter Interpret erworben hat, bestehen können.

„Ich wollte zu meinen Erinnerungen aus der Zeit zurückkehren, in der ich als junger Mann in Bars Klavier spielte. Seitdem habe ich viele Alben gemacht, viele Coverversionen gesungen. Doch dann kam ein Moment, als ich mir sagte: ›Vielleicht ist es an der Zeit … vielleicht ist die Zeit reif für neue Songs.‹ Es war, als würde ich meine Karriere noch einmal beginnen.“ Der 59-jährige italienische Superstar ergänzt lächelnd: „Aber schöne Musik braucht Zeit.“
Das Ergebnis ist „Sì“ – Bocellis erstes Album mit neuem Material seit 14 Jahren. Es ist eine Sammlung kraftvoller, emotionsgeladener Lieder, einige davon unter Verwendung klassischer Themen – beispielsweise von Bach und Massenet – jedoch allesamt mit einer positiven Botschaft über die Kraft der Liebe, der Familie und natürlich der Musik. Es sind Songs in italienischer und englischer Sprache, geschrieben von einigen seiner wichtigsten, langjährigen Autoren und Komponisten. Doch „Sì“ ist noch viel mehr und vor allem eine gefühlvolle Liebeserklärung an Bocellis Frau, Veronica.
Bocelli hat lange dafür gebraucht: „Ich fand es äußerst schwierig, Songs zu finden, die ein Publikum wert sind“, erklärt er sich. „ Ja, das hat Zeit gebraucht.“

Nach reiflicher Überlegung und der für ihn bekannten Sorgfalt widmete sich Bocelli leidenschaftlich dieser neuen künstlerischen Herausforderung. Sein Ziel war es, ein Album mit Songs zu veröffentlichen, die emotional und geistig seine Ideen und Überzeugungen widerspiegeln, die zu seinem bisherigen Repertoire passen, und die den Hörern in aller Welt etwas musikalisch Neues präsentieren.

Im Studio seines Hauses an der toskanischen Küste sichtete er Unmengen von Material, das Bocelli zugeschickt bekommt. Neben den unaufgefordert zugesandten Stücken gab es auch solche von Autoren, mit denen der italienische Tenor schon früher zusammengearbeitet hat, engen Partnern, mit denen er sich auch für dieses Album wieder zusammengetan hat. Und so stellten sie allmählich die Sammlung von verschiedenen Stücke zusammen.

„Ich bekomme täglich Angebote aus der ganzen Welt… und wir hören sie tatsächlich alle an“, sagt Bocelli, ein Mann, der sein Leben lang von Musik nahezu besessen war. „Es ist wirklich eine Herausforderung, die Juwelen aus all diesen Songs herauszupicken. Kaum zu glauben, aber manchmal schicken mir die Leute einen Song, den sie mit ihrem Handy aufgenommen haben“, lacht er. „Es ist mir wichtig, dem Publikum, Songs anzubieten, die es wirklich wert sind. Die Qualität zählt, nicht die Quantität. Ein Album ist wie ein menschlicher Körper.“ ergänzt Bocelli. „Es muss eine Einheit sein, eine Schöpfung, in der alle Organe zum Ganzen beitragen.“

Bocelli genügt es nicht, sich auf seine außergewöhnliche Stimme zu verlassen. Das Material, der Inhalt muss stimmen. „Ich habe bei diesem Album versucht, etwas Einzigartiges zu erschaffen. Etwas, das alle entscheidenden Elemente hat, die es braucht, um sich von allem anderen auf dem Markt zu unterscheiden.“

Grob lässt sich das Album in einen Anfang, eine Mitte und ein Ende einteilen. „Ali di libertà“ ist dabei ein dem Gesamtkonzept des Albums entsprechend zuversichtlicher Beginn von „Sì“. „Es ist ein Song, den ich sehr mag. Es ist der liedhafteste Song des ganzen Albums. Er ist sehr frisch, sehr aktuell und hat zwar eine gefällige Melodie – aber zugleich ist er authentisch, sehr echt. Kein konstruierter Song wie diese Sachen, die am Reißbrett entstanden sind, damit sie oberflächlich gefallen. Es ist ein Song mit Tiefe und Bedeutung.“

Ebenso ‚real’ ist „Miele impuro“, das der große Francesco Sartori geschrieben hat. „Franceso ist ein richtiger Autor – ein Schöpfer, sollte man vielleicht sagen. Er war auch Co-Autor von „Con te partirò“ und anderer großartiger Songs, die für meine Laufbahn sehr wichtig waren. Der Text ist von einem italienischen Dichter. Ich glaube, ein gutes Gedicht muss ein Geheimnis enthalten. Gibt es kein Geheimnis hinter einem Gedicht, taugt es nichts. Dieser Text hat ein Geheimnis, und ist deshalb auch so wirkungsvoll. Schon wenn wir ihn hören und nur den Titel kennen«, fährt Bocelli fort, »ahnt man bereits, dass es ein Geheimnis geben muss. „Miele impuro“ heißt übersetzt ›unreiner Honig‹. Es ist eigenartig, Honig unrein zu nennen, daher fragt man sich, was wohl mit ihm ist.“

Sartori ist auch Co-Autor des Songs „Qualcosa più dell’oro“, der für Bocelli eine besondere Bewandtnis hat. Der andere Autor, Lucio Quarantotto (ebenfalls Co-Autor von „Con te partirò“), starb 2012 auf dramatische Art und Weise. Bocelli ist noch immer betroffen vom Verlust seines Freundes und Mitarbeiters. „Die Schwierigkeiten und Konflikte in seinem Leben ließen ihn Songs mit kraftvollen Geheimnissen schreiben – denken Sie nur an den Text von ›Time to Say Goodbye‹. Daher hat dieser Song für mich eine große Bedeutung.“

Der neue Song sei jedoch kein Tribut an Quarantotto – eher das Gegenteil sei der Fall. „Ich sehe den Song als einen Tribut von ihm an mich. Mehr als ein Tribut: Es war ein Geschenk für mich, ein Geschenk, bevor er uns verließ … Und wenn es ein Erfolg wird, wird das mein Tribut an ihn sein.“

Auch der Song „Vivo“ beschreibt eine ganz besondere persönliche Verbindung zu einem wichtigen Menschen in Bocellis Leben – seine Frau. „Dieser Song hat mich sehr bewegt und tief berührt, als ich ihn zum ersten Mal gehört habe. Eines Tages kam der Autor Riccardo Del Turco vorbei und spielte ihn mir vor. Ich begriff sofort, dass das meine eigene Geschichte war, die ich da hörte. Mein Leben mit dem Menschen, der seit vielen Jahren an meiner Seite lebt – eine Geschichte, die mit großer Feinheit, Leidenschaft und Freundschaft erzählt wird. Ganz offensichtlich kennt mich der Autor, kennt uns, kennt unsere ganze Geschichte. Riccardo hat sein ganzes Herz in diesen Song gelegt und so ist das Ergebnis echt und authentisch und voller Liebe.“

Das gilt auch für das ganze Album: In „Sì“ geht es um Herz und Seele, um Optimismus und Familie, um Melodie und Zauber. Alle Vocals wurden zu Hause aufgenommen („Wenn ich einen Song im Popkontext aufnehme, ist es mir äußerst wichtig, das Wohlgefühl meines eigenen Hauses zu haben“), Produzent ist der legendäre Bob Ezrin (Pink Floyd, Lou Reed).

Über den schlichten, suggestiven Album-Titel sagt Bocelli: „Es gab viele Vorschläge, am Ende war es die Idee meines Sohn Amos, das Album „Sì“ zu nennen. Wir mochten diesen Titel sofort. Er passt nicht nur im Kontext zu den aktuellen Entwicklungen der Weltgeschichte sondern auch zu dem, was tagtäglich im kleinen Rahmen jedem Einzelnen von uns widerfährt. Wie oft sagen wir ‚Nein’? Dabei ist ‚Ja’ ist das Wort, das man bei seinem ersten Kuss sagt, ‚Ja’ wenn wir uns wohlfühlen, ‚Ja’ wenn es um positive, kraftvolle, menschliche Entscheidungen im Leben geht. Genau dafür steht dieses Album und deshalb ist ‚Sì’ der perfekte Titel.“, schließt Andrea Bocelli und lächelt.

(Decca/Sugar / Deutsche Grammophon / Universal Music)


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