Element Of Crime - Live

Element Of Crime – Live
Biography

Single: „Ein Brot und eine Tüte“ (live)

Album: „Element Of Crime – Live im Tempodrom“ (Release 11.10.2019)

ELEMENT OF CRIME fanden schon immer, dass im Livekonzert vor allem und zu allererst der Zugang zu ihrem Werk läge. Zugleich aber waren sie aber auch der Meinung, wer sie live höre, habe eben ein einmaliges Erlebnis, das keiner aufzeichnen sollte und das sich im Laufe der Zeit synapsentechnisch in der Erinnerung, im Kopf des Einzelnen immer wieder zu etwas Großem zusammenbastelt, so der puristische und irgendwie auch romantische Ansatz der Band.

Das einzige Live-Album blieb deshalb bis jetzt ein kühnes, kaputtes Werk namens „Crime Pays“ aus dem Jahre 1990, ein kunstvolles Konstrukt, ein Sammelsurium von Live-Aufnahmen von den verschiedensten Orten, das die Band im Übergang, im Umbruch zeigt, noch ihrer englischsprachigen Frühphase verhaftet (aber schon auf dem Sprung in die 90er Jahre mit ihren wegweisenden deutschsprachigen Alben wie „Damals hinterm Mond“, „Weißes Papier“, „Psycho“): ein Live-Album, ähnlich verwirrt und zerrissen wie die junge Band selbst.

Danach brachten ELEMENT OF CRIME nur noch sehr grobe, nach Bootleg klingende und so auch gemeinte Mitschnitte namens „Bluebird Tapes“ in die diversen digitalen Veröffentlichungskanäle, immer nur für kurze Zeit und mit maximaler Trashigkeit in Sound und Attitüde. Die „Bluebird“-Tapes knüpften an die frühen, 80er Jahre an, als unter diesem Label in Hamburg illegale Konzertmitschnitte, angefertigt mit einem Sony-Walkman, unter den Ladentischen der einschlägigen Plattenläden verkauft wurden. Sie wurden von Element of Crime zu fast jeder Tournee veröffentlicht, Bluebird Bremen, Bluebird Wien, Bluebird München usw. usf., sie waren reine Download-Veröffentlichungen und zeitlich limitiert. Sie sollten keinesfalls richtige Live-Alben sein, sondern genauso flüchtig und zeitlich begrenzt und im Sound genauso vermüllt und vergänglich wie jeder andere, richtige Bootleg-Mitschnitt sonst auch. Für die Aufnahme wurde immer ein Kumpel verpflichtet, der dazu mit einem Stereo-Aufnahmegerät im Publikum stehen und sich fragen lassen musste, ob er das überhaupt erlaubt sei, was er da mache.

Und so gingen die Jahre ins Land und Crime Pays hin, Bluebird Tapes her, die Frage „Warum nicht oder wenn, wann kommt endlich mal ein richtiges Live-Album?“ wurde immer lauter.

Eine schwierige Frage. Wenn schon, denn schon. Es gibt Live-Alben, die kann man machen oder bleiben lassen, und es gibt Live-Alben, die für die Künstler und ihre Wahrnehmung eine wirklich große Bedeutung haben: „4Way Street“ von Crosby, Stills, Nash & Young, „At Budokan“ von Bob Dylan, „En el Olympia“ von Julio Iglesias (nicht ohne Grund daraus mit „La Mer“ einer der welt-herzzerbrechendsten Abspanne bei „König, Dame, As, Spion“) oder „Live at Carnegie Hall“ von Anoushka Shankar könnte man als Beispiele nennen. So ein Album macht man immer nur einmal. Und es gehört Glück dazu. Es gibt den einen richtigen Ort dafür, den muss man erstmal finden, und auch den richtigen Moment, das eine Konzert, in dem alles zusammenkommt.

2019 ist es ELEMENT OF CRIME am allerletzten Tag ihrer „Schafe, Monster und Mäuse“-Tour in Berlin im Tempodrom gelungen, ein solches Konzert zu spielen und auch aufzunehmen.
Und das legen sie hier nun vor. Über zwei Stunden Musik, ungeschminkt, unbearbeitet, ungekürzt, ein großer, ungeschliffener und dennoch funkelnder Edelstein von einem Livemitschnitt, mit dem man zur Not auch mal eine Scheibe einschmeißen könnte.
Hier zeigt sich eine Band auf der Höhe ihres Schaffens und als Herrin ihres Schicksals. Die Spanne der Lieder, die gespielt werden, reicht von „Geh doch hin“ aus dem Jahre 1991 bis zu den aktuellen Songs der LP „Schafe, Monster und Mäuse“. Der Sound ist rau und dabei betörend, da knarrt und quietscht, da singt und sägt, da donnert und säuselt es und jeder Song bekommt genau die Behandlung, die er verdient. Eine seltsame Spannung liegt in der Luft, die Auftritte von ELEMENT OF CRIME haben ja immer eine zugleich kompakte wie auch extrem fragile, transparente Anmutung, und man weiß nie, ist es der Text, ist es die Musik, die Performance, der Sound, die Melodien, das kollektive Publikumserlebnis oder was eigentlich, was einen so widerstandslos sich davontragen und dabei völlig vergessen lässt, dass morgen auch noch ein Tag und im Grunde immer Matthäi am Letzten ist.

Wir wünschen viel Vergnügen.

Berlin, 21.8.2019,
Charlotte Goltermann

„Live im Tempodrom“ erscheint als Dreifach-LP, als Doppel-CD, als Bundle-Download und im Stream bei Vertigo/Universal am 11.10.2019.

ELEMENT OF CRIME – Live im Tempodrom

Aufgenommen von Michael Prieß am 25.5.2019 im Tempodrom, Berlin
Abgemischt von Gerd Krüger im Tritonus Studio, Berlin
Gemastert von Götz-Michael Rieth in den eastside mastering studios, Berlin
Produziert von David Young und Element of Crime

Sven Regener, Gesang, Gitarre, Trompete
Jakob Ilja, Gitarre
David Young, Bass
Richard Pappik, Schlagzeug
Rainer Theobald, Tenorsaxofon, Klarinette
Ekki Busch, Akkordeon

Zusätzlicher Gesang bei „Karin, Karin“: Alexandra Regener

Management Element of Crime: Charlotte Goltermann, charlotte@lado.de
Konzertagentur: Koopmann Concerts & Promotion
Cover Design: Rike Weiger
Fotos: Noël Richter, Charlotte Goltermann
Produktmanagement Universal: Simone Behrens und Markus Schug
Video (zu Geh doch hin): Simeon Cöster und Marco Leitermann
Titelfolge:

1. Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang
2. Schafe, Monster und Mäuse
3. Ein Brot und eine Tüte
4. Deborah Müller
5. Liebe ist kälter als der Tod
6. Nur so
7. Wer ich wirklich bin
8. Immer noch Liebe in mir
9. Gewitter
10. Stein, Schere, Papier
11. Bevor ich dich traf
12. Im Prinzenbad allein
13. Immer da wo du bist bin ich nie
14. Robert Zimmermann
15. Die Party am Schlesischen Tor
16. Karin, Karin
17. Am Ende denk ich immer nur an dich
18. Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin
19. Weißes Papier
20. Delmenhorst
21. Schwere See
22. Geh doch hin
23. Warte auf mich
24. Draußen hinterm Fenster
25. Lieblingsfarben und Tiere

(Universal Music)


CHARTPEAK

Offizielle Deutsche Albumcharts #05 [KW42-2019]