Roachford

Roachford
Biography

1. Single: „High On Love“

2. Single: „Gonna Be The One“

Album: „Twice In A Lifetime“ (VÖ am 11.09.2020)

Seit über drei Dekaden ist Roachfords Superhit „Cuddly Toy“ nun schon in den Playlisten jeder seriösen Radiostation zu finden. Am 3. April 2020 kehrt die britische Singer/ Songwriter-Legende mit seinem brandneuen Longplayer „Twice In A Lifetime“ zurück, das bereits jetzt als das beste Album seiner Karriere bezeichnet werden darf. „Ich denke, dass ich mit diesem Album endlich zeigen kann, wer ich bin: Ein Künstler, ein Songwriter, ein Pianist“, so Roachford. „Ich habe mich nie als schnöden Popstar betrachtet, der nur dem schnellen Ruhm hinterher jagt. Mir ging es immer nur um die Musik und um Beständigkeit – und tatsächlich bin ich immer noch da. Ich denke, es ging mir noch nie so gut wie heute.“

Seitdem er 1988 mit seinem Megahit „Cuddly Toy“ (von dem auf seinem Erfolgshöhepunkt ganze 33.000 Einheiten täglich über den Ladentisch gingen) den 4. Platz der UK-Charts enterte, konnte sich Roachford eine Karriere als einer der mitreißendsten und beständigsten Rock- und Soulsänger Großbritanniens aufbauen. Neben zehn Studioalben und verschiedenen Greatest Hits-Compilations war Roachford als gefragter Songwriter für Größen wie Michael Jackson, Joss Stone oder Chaka Khan tätig. Er betourte als Solokünstler sowie mit namhaften Musikerkollegen wie Terence Trent D`Arby und The Christians den Globus. In den letzten neun Jahren wirkte er als festes Mitglied von Mike + The Mechanics, der mit Mike Rutherfords Genesis-Nachfolgeband sowohl Alben aufnahm, als auch live in aller Welt zu sehen war.

Eine auf Dauer angelegte Karriere, die niemanden überraschen sollte. So scheint Roachford doch genau für dieses Leben geboren zu sein. Roachford wuchs im Südosten Londons auf und stammt aus einer sehr musikalischen Familie: Mit einem Vater als Drummer und einem Saxophon spielenden Onkel waren seine Lehrer in ständiger Sorge über seine Gedanken, die oftmals vom nötigen Schulstoff in völlig andere Gefilde abdrifteten. „Und sie alle hatten Recht“, lacht der Brite. „Ich dachte nur an die Musik.“

Im Alter von 14 Jahren ging er schon mit seinem Onkel auf Tour, mit 15 arbeitete er im Studio mit The Clash. In seinen frühen Zwanzigern unterschrieb er bei Columbia Records einen Vertrag über sieben Alben und entwickelte sich in der folgenden Dekade mit einer ganzen Reihe von Hitsingles zu einem der erfolgreichsten Label-Acts mit internationalem Ansehen, eingeschlossen Amerika. Vor jeder seiner Shows lässt er sich vom Geist und der Energie James Browns durchdringen, während er auf seinen Alben den Spirit von Künstlern von Al Green bis Joe Cocker beschwört. Wenn seine Stimme erklingt, wird es still im Publikum. Roachford ist ständig auf irgendeiner Bühne irgendwo auf der Welt zu bewundern.

„Ich liebe es, zu improvisieren“, fährt der MBE-Ordensträger fort. „Jede Show ist anders. Und selbst, wenn ich meine alten Hits spiele, versuche ich sie auf eine unterschiedliche Art zu performen. Auf diese Weise langweile ich weder mich, noch mein Publikum – hoffe ich! Ich denke, ich weiß, wie man einen Saal mitreißt und eine Verbindung zu den Leuten aufbaut. Ich gebe immer einhundert Prozent. In dem Augenblick, in dem die ersten Töne erklingen und ich die Bühne betrete, bin ich voll da. Ich tauche völlig in die Musik ab.“ Leidenschaft, mit der er auch BMG auf sich aufmerksam machte – durch seine unglaubliche Live-Präsenz, in jüngerer Vergangenheit hauptsächlich bei Mike + The Mechanics, mit denen er sich einem völlig neuen Publikum vorstellte. Nach einer seiner Shows trat das Label mit ihm in Kontakt; einerseits sichtbar beeindruckt von seiner bewegenden Performance, andererseits überzeugt von der Tatsache, dass noch viel mehr in ihm steckte. Eine Punktlandung, die noch am gleichen Abend zur Unterschrift seines neuen Plattenvertrages führte.

„Mein einziger Wunsch war es schon immer, großartige Musik zu machen“, so Roachford weiter. „Ich glaube, in dieser Hinsicht war ich schon immer ein echter Musiker. Es geht mir nicht um den Ruhm, um den Augenblick im Rampenlicht. Es geht um mein Schaffen. Mich inspirieren Künstler wie Elton John oder Stevie Wonder. Musiker, die über einen langen Zeitraum erfolgreich sind. Das Verlangen, Songs zu schreiben und zu spielen, ist so stark wie je zuvor. Ein Geschenk, das ich niemals verloren habe.“

„Twice In A Lifetime“ ist ein Album eines Künstlers auf dem absoluten Höhepunkt seines Schaffens. Eines Musikers, der seine Kunst bis zur Perfektion vollendet hat. Mit anderen Worten: Ein Album, auf dessen Aufnahme sich Andrew Roachford MBE (der 2019 für seine außerordentlichen musikalischen Verdienste mit dem „Most Excellent Order Of The British Empire“-Abzeichen ausgezeichnet wurde) schon Jahrzehnte lang vorbereitet hat. Produziert wurden die Songs von Jimmy Hogarth, der sich durch seine Arbeit mit Paolo Nutini, Duffy und Amy Winehouse einen hervorragenden Namen gemacht hat. Als musikalische Verstärkung sind verschiedene Mitglieder aus Amy Winehouse` früherer Band zu hören. Tracks wie „Are You Satisfied?“ scheinen vor Musikalität und Seele nur so zu vibrieren und erinnern in ihrer unglaublichen Energie an die Vertreter der stilprägenden Stax Records-Ära. Inhaltlich erzählen die Songs von einem Ausnahmekünstler, der auf seinem bisherigen Weg hörbar viel erlebt hat.

„Die Songs sind für mich so eine Art Therapie“, erklärt Roachford. „Durch sie schaue ich auf die Lektionen zurück, die ich gelernt habe. Manchmal denke ich, meine Texte beruhen auf meiner Phantasie. Doch dann betrachte ich sie näher und erkenne plötzlich, dass sie tatsächlich durch echte Begebenheiten inspiriert wurden – in den meisten Fällen aus meinem eigenen Leben.“ So wie auch die erste Vorabsingle „Love Remedy“. „Es geht darum, sich jemandem zu öffnen und diese Person in sein Leben zu lassen. Der Song wurde aus einer Situation heraus geschrieben, in der ich mich ein wenig verloren fühlte. Im Grunde fühlen wir uns im Leben doch alle ein wenig verloren, oder? Nun ja, manchmal können wir ein wenig Hilfe gebrauchen, auf unseren Weg zurück zu finden. Wir brauchen jemanden mit der richtigen Einstellung, der uns behilflich ist, die Dinge wieder gerade zu rücken.“

Und während das an Womack & Womack erinnernde „High On Love“ sowohl die Reinheit der Liebe feiert, als auch die Tatsache beleuchtet, dass sie manchmal aus der Dunkelheit geboren wird, beschäftigt sich das brillante „Won`t Think Twice“ mit den verschiedenen Lektionen, die wir während unserer Beziehungen lernen. Zumeist nach ihrem Scheitern. „Es erzählt davon, bei einer zweiten Chance offener und nicht mehr so reserviert zu sein. Ich glaube, es handelt davon, letztendlich bereit zu sein, in einer Beziehung wie ein erwachsener Mensch zu handeln.“ Roachford performt jeden seiner Songs mit dem ungebrochenen Enthusiasmus und der Energie eines Newcomers, der zum ersten Mal ein Mikrophon in den Händen hält. Gleichzeitig verrät die emotionale Tiefe seiner Stücke den Preis, den er für seine Offenheit und Leidenschaft bereit ist zu zahlen. Obgleich es ihm nicht leichtfällt, so viel Persönliches von sich preiszugeben, so erfüllend ist doch das Gefühl, eine Resonanz bei seinen Hörern zu erzeugen.

„Wenn man so tief in sich selbst gräbt, fördert man Songs zutage, die einfach brutal ehrlich sind. Manchmal denke ich, dass es mir viel leichter fällt, diese Art von Ehrlichkeit und Offenheit durch meine Musik zu transportieren, statt während einer ganz normalen Unterhaltung mit jemandem.“ Ein weiteres Album-Highlight stellt das gemeinsame Duett mit Beverley Knight, „What We Had“ dar. „Wir sind in den vergangenen Jahren einen ähnlichen Weg gegangen. Beverley und ich stammen beide aus Familien mit schwarzen karibischen Wurzeln. Uns verbindet eine ähnliche Geschichte und wir haben beide vergleichbare Erfahrungen gemacht. Wir mussten beide während unserer Karriere an unfassbar viele Türen klopfen. Ich bewundere Beverley sehr; besonders ihren ausgeprägten Kämpfergeist.“

Im Herbst 2018 wurde eine Verletzung der Stimmbänder diagnostiziert, der wenig später eine komplizierte Operation folgte. Schlechte Nachrichten für jemanden, dem seine Stimme über dreißig Jahre lang als Hauptausdrucksmittel diente. „Das Lustige war, dass ich mich vorher niemals ausschließlich als Sänger betrachtet hatte“, so Roachford weiter. „Ich sah mich immer als Musiker, der auch singt.“ Als seine Stimme schließlich zurückkehrte, gestaltete sie sich als kräftiger denn je zuvor. Eine überraschende Tatsache, die zu einer verspäteten Erkenntnis führte: „Mir wurde klar, dass ich ab sofort besser auf meine Stimme achten sollte. Ich habe sie bis dahin als völlig selbstverständlich wahrgenommen, das gebe ich zu. Und nicht zuletzt war ich als Sänger ja auch gar nicht so übel“, lacht der Brite. Zwölf Monate sind mittlerweile seit seiner Operation vergangen. Ein ganzes Jahr, in dem der Meister in Sachen Untertreibung eine echte Wiedergeburt durchlebt hat. Wie der sprichwörtliche Phönix aus der Asche; Neudefinition in allen Belangen von A bis Z, wie auch der an Aretha Franklin erinnernde Song „The Truth Hurts Too Much“ demonstriert.

2020 liefert Andrew Roachford nun die besten Songs ab, die er jemals komponiert und aufgenommen hat. Für den Briten ein langer Weg, der seinerzeit mit dem Charterfolg von „Cuddly Toy“ begann und der den leidenschaftlichen Musiker an einen Punkt geführt hat, an dem sich Roachford heute so stark und entschlossen wie nie zuvor präsentiert. Roachford ist ein Überlebenskünstler. Und eben jener Schlag Mensch ist es doch, der die beste Musik abliefert. Ausnahmemusiker, die ihre Kunst zum wahren Leben machen. Und Roachford hat nicht vor, seine Berufung so bald an den Nagel zu hängen. „Die Rolling Stones machen doch auch immer weiter, oder?“, grinst der Brite abschließend. Recht hat er.

(BMG Rights Management)


CHARTPEAK

Offizielle Deutsche Albumcharts #68 [KW38-2020]