The Lathums

The Lathums
Biography

1. Single: „All My Life“

2. Single: „I See Your Ghost“

EP: „Ghost“ (Release 30.10.2020)

Wer immer noch glaubt, dass eine Band langsam wachsen und reifen muss, irrt gewaltig – bester Beweis: The Lathums. Schon ihre allererste UK-Tour war binnen eines einzigen Tages restlos ausverkauft, obwohl die meisten Shows sogar in größere Venues verlegt worden waren. Die vier Briten mögen zwar gerade erst loslegen, aber für viele steht jetzt schon fest: Noch besser, noch ausgereifter können sie eigentlich gar nicht klingen.

Überhaupt operiert Englands beste neue Gitarrenband nach vollkommen eigenen Regeln: Sänger und Songwriter Alex Moore zum Beispiel hat sich vor allem auf die Fahne geschrieben „positiven Wandel loszutreten“ – und zwar auf seine Art. Der Frontmann, der genau genommen kaum Konzerte besucht hatte, bevor er selbst welche gab, schreibt über seine durchdigitalisierte Generation („Artificial Screen“) oder auch über heranwachsende Briten, die mit Materialismus und einem sinnentleerten Lebensentwurf nichts mehr anfangen können („The Great Escape“). Bisher habe er, wie er selbst sagt, „sich selbst für sich selbst behalten“, aber damit ist nun wohl Schluss, wo die Katze aus dem Sack ist und der Name The Lathums wie ein Lauffeuer die Runde macht…

Seine drei Bandkollegen – also Scott Concepcion, Gitarrist mit Rickenbacker-Wunderwaffe im Anschlag, Johnny Cunliffe, beharrlich und zurückhaltend wie es sich für einen Bassisten gehört, und Ryan Durrans, dessen Schlagzeug-Skills so (ausgereift) wirken, als hätte er in seinem Ausweis das falsche Geburtsdatum angegeben – stehen wie eine wummernde Wand hinter Moore und dessen Mission. Sie klingen optimistisch, selbstbewusst, vorwärtsgerichtet, wobei The Lathums‘ kollektiv umgesetztes „Keine Überheblichkeit“-Ethos ihnen selbst unter den bescheidenen, gefühlvollen, inhaltsschweren Alt-Pop-Gitarrenbands, die ehrliche Leidenschaft größer schreiben als aufgeblasene Posen, eine Sonderstellung garantiert.

Während ihre Songs dem Vorurteil, dass vier Typen aus Wigan im Nordwesten von England, die mit Gitarre, Bass, Schlagzeug & Co. ankommen, nichts als Fankurvenhits und Kneipenschlusshymnen abliefern können, locker den Wind aus den Segeln nehmen, führen sie selbst die melodischen Welten von Bands wie The Smiths, The Beatles, den Stone Roses und The Ramones als Einflüsse an. Ihre Vision, also der Traum, dass sich die eigene Fangemeinde hinter ihre Sache stellen und man gemeinsam diesen „positiven Wandel“ herbeiführen könnte, begann einst hinterm Tresen in Versager-Bars und auf viel zu kalten Baustellen – weshalb in ihren Songs auch immer wieder die harschen, wenig romantischen Realitäten des Lebens aufflackern.

Ihr allererstes Konzert war genau genommen ein Junggesellinnenabschied (der im winzigen Lathom bei Ormskirk stattfand… der Rest ist Geschichte), und nur 18 Monate später, in denen ihre Socials regelrecht explodiert sind und ihre Songs viel Airplay-Support von BBC 6 Music und XS Manchester bekommen haben, sollten The Lathums nicht nur ihre erste Headliner-Tour spielen, sondern auch mit Blossoms und Gerry Cinnamon eine Reihe von Stadion-Shows in Großbritannien spielen. Bleibt die Frage: Wenn sie es mit ihrer zurückhaltenden Art nun in so kurzer Zeit so weit gebracht haben, was soll da als nächstes kommen?

Die Antwort von The Lathums lautet: Positiver Wandel.

(Universal Music)