The Lathums

The Lathums
Biography

Single: „Sad Face Baby“

Die englische Indie-Pop-Rock Band THE LATHUMS kehrt mit einer neuen Single zurück! „Sad Face Baby“ wurde produziert von Jim Abbiss, der u.a. bereits für die Arctic Monkeys, Adele oder Amy Macdonald am Werk war.

Mit ihrem Debütalbum „How Beautiful Life Can Be“ erreichte das Quartett letztes Jahr auf Anhieb den ersten Platz der UK Charts und war einer von zehn Acts der „BBC Sound of 2021“ Liste. Auch in Deutschland schaffte es die Band unter die Nominierten für die „Liederbestenliste“ in der Kategorie Rock.

Zu „Sad Face Baby“ äußert Frontmann Alex Moore sich wie folgt: “Things are hard enough these days juggling your own inner demons & trying to come through them whilst trying to understand and find a place in this “broken world”.

Noch in diesem Jahr bringen die Briten ihre Live-Show u.a. auf das Hurricane und das Southside Festival! Im März dieses Jahres tourten The Lathums bereits 3 Wochen lang durch die USA und präsentierten sich außerdem auf dem SXSW-Festival in Texas.

(Universal Music)


Biografie (2021):

Alex Moore musste erst 16 werden, bevor er überhaupt einen Gedanken an Musik verschwendete – aber plötzlich sprudelten die Songs nahezu aus ihm heraus. Wo waren sie die ganze Zeit?
“Ich war, was Musik betrifft, ein echter Spätzünder”, erzählt ein im Kopf schon ziemlich gereifter junger Mann, “ich hab nicht wirklich Musik gehört, schon irgendwie verrückt. Aber ich war gefühlsmäßig nicht glücklich, ich befand mich in keinem guten Zustand, und ohne, dass es mir wirklich bewusst war, half mir die Musik schließlich da rauszukommen. Ich packte all meine Gefühle in meine Gitarre und plötzlich kam etwas zurück. Ich bin durch den ganzen Mist gegangen und wollte, dass es besser wird. Ich wollte ein besserer Mensch werden und mein Leben verbessern und das meiner Mutter und so. In der Musik fand ich plötzlich meine Antworten.”

Alle vier Mitglieder der LATHUMS begegneten sich in der früheren Industriestadt Wigan, nord-westlich von Manchester gelegen – Alex (Gitarre & Gesang), Scott Concepcion (Gitarre, Keyboard & Gesang), Ryan Durrans (Schlagzeug & Gesang) und Jonny Cunliffe (Bass).

Seit ihrer Gründung 2018 haben THE LATHUMS eine unglaubliche Erfolgsstory hinter sich gebracht, die durch mehr getragen wird als nur durch den Stolz ihrer Heimatstadt. Aber dort spürte man zuerst das außergewöhnlich reife Songwriting und die zuckenden Indie- und Gitarrenmelodien, die sich am besten anhören, wenn man sie aus tiefster Lunge mitsingt. Wann gab es das zuletzt, dass es eine großartige britische Band direkt aus dem Schlafzimmer, wo eben noch die ersten Akkorde gezupft wurden, landauf landab in die Clubs und vor Scharen von verschwitzten Jugendlichen schafft? THE LATHUMS malen Bilder in den Farben zeitgenössischer Ängste und dem besonders altmodischen Glauben, dass das durch den
richtigen Akkord vermittelte Gefühl alles zum Guten wenden kann.

Sie haben es schon bewiesen. Die Band fand früh heraus, dass es alles andere als einfach war, sich ausgerechnet in Wigan zu gründen. Es gab kein Musiker-Netzwerk, keine passenden Clubs und keine wirklich guten Räumlichkeiten zum Proben. Keine Szene? Kein Problem! Das Quartett wusste genau, was zu tun war. Nachdem sie ein paar Pubs bedrängt hatten, ihnen Möglichkeiten zum Proben zu geben, began für THE LATHUMS das, was sie selbstironisch als ihre “Beatles-in-Hamburg”-Phase bezeichnen – gefangen im örtlichen Pub-Netzwerk von
Tipping Arms. Unter der Woche spielten sie regelmäßig vor den Kneipengängern, um zu proben, ihr Spiel zu verfeinern und um den Proberaum zu bezahlen. “Als es endlich soweit war, dass wir anständige Gigs spielen konnten”, gibt Ryan unumwunden zu, “waren wir wirklich gut aufgestellt.” Ein Klavier, das ihrem Sound auf dem Album “The Redemption Of Sonic Beauty” die besondere Note verliehen hat, wurde für 100 Pfund gebraucht gekauft. Der Chef eines italienischen Restaurants, in dem Scott immer die Teller spülte, gab hierfür die Hälfte dazu, was zeigt, wie die Gemeinschaft in Wigan zusammenhielt und in das Projekt investierte. Die Pub-Ära war eine Feuertaufe. Als sie an einem Samstagabend von einer Hochzeit zurückkehrten, auf der sie gespielt hatten (THE LATHUMS sind einfach vielseitig), betrat die Band noch am selben Abend schon die nächste Bühne in irgendeinem Pub in Wigan. “Wir spielten dieses Friedenslied”, lacht Scott mit Blick auf die Single “The Great Escape”, die schließlich den Durchbruch der Band markierte, “und wir sahen, dass im Publikum ein Streit ausbrach. Plötzlich schubsten sich die Leute gegenseitig und so weiter, und dann kam auch noch ein großer Bereitschaftswagen angefahren. Und mittendrin in unseren Hochzeitsanzügen.” Haben sie etwas abbekommen? Was denkst Du!

Als sie mit ihrer eingefahrenen, gut geölten und in den Kleinstädten erprobten Maschine endlich die großen Städte erreicht hatten, war eigentlich klar, dass etwas passieren würde. Nicht nur der Band. “Noch vor der ersten Tour”, erinnert sich Scott, “sangen die Leute bereits unser Gitarrenriff von ‘Fight On’ mit.” In angesagten Clubs wie dem Glasgower ‘King Tut’s Wah Wah Huts”, Manchester’s ‘Night And Day Café’ sowie dem Londoner ‘Omeara’ standen die Gigs von THE LATHUMS für hochgerissene Arme, Begeisterung und Schweiß an der Decke. THE LATHUMS wurden zum Geheimtipp, dem Wigan zu klein wurde.

Was macht den Unterschied zwischen THE LATHUMS und anderen Bands in den Charts aus? Warum kamen Fans Nacht für Nacht in die Konzerte, brachten Freunde mit und sangen textsicher Songs, die nur als verzerrte YouTube-Clips erhältlich waren? Vielleicht waren es die unbewussten Bezugspunkte, die Alex auch selbst für sich in Anspruch nahm – fragt ihn, wer seine musikalischen Helden sind, und er beginnt mit verschwommenen Blick von den Ikonen der 1950er Jahre innerhalb einer Jukebox-Ära zu erzählen, die den wahren Pop ausmachte.
“Diese Zeit und diese Ära”, schwärmt er, “ich fühle, worüber sie gesungen haben und warum sie darüber sangen, es bedeutete mehr als heute.” Für den stillen Einzelgänger aus der Kleinstadt wurde die Vergangenheit zum Fluchtpunkt – etwas, das er mit seinen Bandkumpels teilte. “Es fühlt sich an wie Zeitreisen”, meint Alex. Die Vergangenheit bot einen Ausstieg. “Ich spielte buchstäblich rund um die Uhr irgendwas von Elvis. Die Art, wie er sang und die Songs, die er sang – ich weiß, er hatte sie nicht selbst komponiert, aber er machte sie sich zu eigen. ‘Unchained Melody’ – ich liebe einfach, wie er es umsetzt. Patsy Cline nimmt mich einfach mit, sie lässt mich zurückreisen in die 1950er Jahre, und dann sitze ich da.”

Es ist eine unglaubliche Gabe, sich allein durch ansteckenden, gitarrenlastigen Pop in eine andere Welt beamen zu können. Aber die während der Zeitreisen gesammelten Eindrücke reichen noch weiter. In seinem von den Fans besonders geliebten Song “Fight On” nimmt Alex die Position eines Partisans des französischen Widerstands ein. “Das ist so ein ‘Gegen-alle-Schranken-Ding’”, erklärt er. “Es stand eins zu einer Million für den Widerstand. Eine ‘Friß oder Stirb’-Liebesgeschichte.”

Und dann mussten THE LATHUMS – wie Ryan es nennt – “zurück auf Los”. Der Lockdown wurde unmittelbar nach dem Ausverkauf der LATHUMS-Februar-Tour verhängt. Die geplanten Gigs mit THE BLOSSOMS und PAUL WELLER waren zum Stillstand verdammt. Die Jungs kehrten alle zu ihren Familien zurück, natürlich am Boden zerstört. Zurück und zuhause bei seiner Mutter, machte Alex das, was er am besten konnte – er schrieb sich alles von der Seele. Er dachte nicht mal an sich selbst, sondern eher an jüngere Kinder, als er “How Beautiful Life Can Be” schrieb. Es ist eine unerwartet optimistische Aufarbeitung des Lockdowns. “Uns allen wurde irgendwie Zeit gestohlen, besonders den Jüngeren. Es geht ja nicht nur um Bildung, denn
man lernt ja auch viel über sich selbst in diesem Alter. Es wird ihnen was weggenommen, und es verändert alles für sie.” Die entscheidende Zeile in diesem Song lautet: “let the children have their chance to sing.” “Das war so ein bißchen wie das Licht am Ende des Tunnels”, erklärt er, “ich habe gemerkt wie schön es sein kann, wenn sich die Dinge endlich wieder normalisieren.”

Die Band wollte sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern gab ein Live-Streaming-Konzert in einem von Alex’ nordenglischen, nostalgischen Träumen: dem Blackpool Tower. Nach mehr als zwei Jahrzehnten waren sie die erste Band, die wieder im Tower Circus Room aufgetreten ist. “Obwohl es kein richtiger Gig war”, meint Alex sehnsüchtig mit Blick auf ein Konzert auf einer richtigen Bühne, “war es aufregend. Es war schon speziell.”

Als die Restriktionen gelockert wurden, kehrte die Band in die Liverpooler Parr Studios zurück, um zusammen mit James Skelly, dem Frontmann von THE CORAL und gleichzeitig Produzent der BLOSSOMS, das Debütalbum “How Beautiful Life Can Be” aufzunehmen. “Wir hatten Angst, dass er so ein kritischer Typ sein würde, der die ganze Zeit mit überkreuzten Armen im Hintergrund steht”, meint Ryan, “aber wir wurden schnell warm. Das erste Treffen aber schüchterte uns ein, zum ersten Mal in einem großen Studio mit einem echten Produzenten.” Die Band fühlte sich am Ende so wohl, dass sie einen “Later…With Jools Holland”-Auftritt
im Studio einspielte. Ein Erfolg? “Fast”, erzählt Scott, “bis auf die Tatsache, dass ich fast einen Stromschlag erlitten hätte.” Ein merkwürdiges Summen strömte durch seine Gitarre, während er vor Millionen von Menschen spielte, von ihnen unbemerkt. “Alles wurde weiß”.

Während THE LATHUMS landesweit die Erfolgsleiter emporklettern, hat sich auch ihr Wunsch verstärkt, etwas für Wigan zu tun. Aber wie kann man Dank am besten zurückgeben? Als 2020 die örtliche Fußballmannschaft einer unsicheren Zukunft entgegensah und die Fans ihren eigenen Rettungsfonds gründeten, nahmen THE LATHUMS eine Version des alten Northern Soul-Klassikers “The Snake” auf. Diese passende Hommage an die HOLY GRAIL-Rarität ließen THE LATHUMS als 45er-Vinyl-Single pressen, um damit Geld für den Klub zu sammeln und stifteten ihm anschließend alle Einnahmen daran. Über 4.000 Pfund kamen so zusammen, als es der Klub am meisten benötigte.

Sei es, dass die Musik sie so fühlen lässt oder ihr Publikum oder die Art wie eine Gemeinschaft plötzlich im Rampenlicht steht, die sonst gemeinhin von den Eliten des Landes übersehen wird – THE LATHUMS sind ein Beweis dafür, dass Musik eine Kraft des Guten sein kann – sein muß.

“Es ist anfangs oft Persönliches, das nur mit mir zu tun hat”, meint Alex, wenn er sich bewusst wird, dass er einen guten Song im Kopf hat. “Aber offenbar geht es Millionen von Menschen genauso – ich kann es fühlen, der Text muß mir etwas bedeuten, und dann kommt es raus. Es klingt verrückt, aber alles entsteht aus einem Gefühl heraus. Wenn es sich gut anfühlt, lasse ich es gewähren und wachsen. Ich spüre ein komisches Gefühl in meinem Bauch, und ich kann es nicht richtig einordnen, ich werde etwas nervös und muß es irgendwie zu Ende bringen. Es ist fast so als würde sich irgendetwas in mir aufbäumen, das raus muß.”