Album: „Geht’s noch“
Mit „Es tut mir leid“ veröffentlicht Ansa Sauermann am 12.02.2026 die letzte Single vor seinem kommenden Album „Gehts noch“, das am 27.02.2026 erscheint – und zeigt noch einmal eine andere, vielleicht zentralste Facette dieses Albums: die Kunst, Stärke und Verletzlichkeit gleichzeitig auszuhalten.
Der Song beginnt wie ein Aufbruch und bleibt doch im Innersten ein Zögern. Treibende Gitarren, ein Puls, der sofort nach vorne drängt, und darüber eine Melodie, die sich beinahe beiläufig ins Ohr legt – als hätte sie schon immer dort hingehört. Doch unter der Bewegung liegt eine melancholische Schwere, eine verträumte Unsicherheit, die den Song so menschlich macht.
Im Zentrum steht ein Satz, so schlicht wie unerreichbar: „Und es tut mir leid, es ist alles, was ich sagen will, aber der schwerste Satz der Welt.“ Ein Refrain, der sich nicht als große Geste versteht, sondern als Eingeständnis. Kein Drama, keine Anklage – nur der Versuch, Verantwortung zu übernehmen, wo Worte oft zu spät kommen oder nie ausreichen.
„Es tut mir leid“ erzählt vom Scheitern ohne Pathos und vom Wunsch, Dinge wieder gut zu machen, obwohl man weiß, dass das nicht immer möglich ist. Sauermann gelingt dabei das Kunststück, einen Song zu schreiben, der sofort mitgeht, obwohl er eigentlich vom Innehalten handelt. Zwischen Indie-Rock-Energie und verträumter Melancholie entsteht ein Stück, das sich gleichzeitig leicht und schwer anfühlt – wie die Wahrheit, die man zu lange vor sich herschiebt.
Damit setzt die Single einen letzten, entscheidenden Akzent vor dem Album: „Gehts noch“ erscheint als Sammlung von Songs über Reibung, Nähe, Trotz und Zweifel – über das Weitermachen trotz allem. „Es tut mir leid“ ist darin vielleicht der stillste und zugleich mutigste Moment: ein Popsong über den schwierigsten aller einfachen Sätze.
Ansa’s Kommentar dazu:
“Erst hatte ich ein komplett anderes Lied, eine andere Strophe, anderer Refrain. Beides fand ich schnell aber ziemlich langweilig. Es gab allerdings eine Bridge, die habe ich geliebt. Sie hatte andere Chords und die fand ich super, ich habe die Bass Line geliebt, die ganze Energie, alles. Die Bridge hatte mich ein bisschen an Interpol erinnert. Schlussendlich habe ich am letzten Studiotag diese Bridge zu Intro und Strophe umgewandelt und einen neuen Refrain und eine neue Bridge dazu geschrieben. So ist tatsächlich auf den allerletzten Drücker, alle anderen Songs vom Album waren bereits eingespielt und fertig, noch ganz neues Lied und ich glaube auch eines meiner Lieblingslieder des neuen Albums entstanden.”
(AdP records)
Single: „Tausend Dank & Lass‘ Dich gehen“
Am 27.02.2026 veröffentlicht der große Straßenromantiker, Hingucker und Flaneur Ansa Sauermann mit »Gehts noch« sein neues Album. Es enthält eine furiose musikalische Gesellschaftsdiagnostik zur Zeit, die gerade deshalb so erfrischend ist, weil sie weder moralisierend noch angespannt daherkommt. Große Bögen, explosiver Garagenrock, gewaltige Refrains: Der Rock’n’Roll des Ansa Sauermann ist stürmischeBefreiungsmusik .
Es ist ja aktuell immer und überall die Rede von Kulturkämpfen und der Spaltung der Gesellschaft. Wie so viele hat Ansa Sauermann diese Spaltung in seinem engsten Umfeld erlebt, weshalb das Private für ihn aktuell sogar sehr politisch ist. Das Besondere ist aber nun, dass er sich von dem Furor aktueller Debatten nicht davontragen lässt, sondern seinen Themen zwar mit Hingabe, aber durchaus mit Gelassenheit und Humor begegnet.
In polarisierten Zeiten durchbricht Ansa Sauermann so mit »Gehts noch« das gängige Schwarz-Weiß-Denken, den Positionierungszwang in sämtlichen Debatten, ohne den geringsten Zweifel aufkommen zu lassen, wo er grundsätzlich steht. Diese Songs nehmen der Dauerempörung da draußen den Schaum vorm Mund und holen zentrale Themen zurück auf die analoge Ebene.
Das Erstaunlichste ist, dass Ansa Sauermann dieses Kunststück mit den Mitteln der Rockmusik gelingt, indem er an deren radikale Kraft erinnert. Der Rock’n’Roll des Ansa Sauermann ist auf »Gehts noch« keine nostalgische Rückschau, sondern eine Musik der Straße und der Nacht, von Momenten, in denen alles stillsteht – um kurz darauf in grellen Blitzen zu explodieren.
So ist etwa der psychedelische Lavastrom des Album-Openers »Wahre Liebe« mit seinen gesprochenen Strophen und dem gedehnten Refrain ein Apell daran, sich in die Welt zu begeben und einander direkt zu begegnen.
In »Frühstück bis Zehn« hören wir dann eine stürmisch zupackende Akustikgitarre, ein wehmütiges Klavier, das nach Unterwegssein klingt, schließlich die Emphase in Ansas Stimme: »Frühstück bis zehn, wer hat diesen Scheiß erfunden?«, singt er.
Ansa Sauermann kommt gebürtig aus Dresden, in Wien hat er mit Beginn der Coronapandemie die Liebe seines Lebens gefunden und diese Liebe und das Leben auf dem Album »Du kriegst was du brauchst« gefeiert. Bereits sein erstes Album hatte er 2017 in Wien aufgenommen, später zog er dauerhaft um.
Nun wechselt Ansa mit »Gehts noch« also wieder aus der Introspektion in die Exterospektion, von der akustischen auf die E-Gitarre: »Ich wusste schon lange, dass ich mit diesem Album wieder kritischer und politischer werden wollte«, sagt Ansa.
Es ist allerdings nicht: eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Tatsächlich hätte er dieses Album nicht ohne das vorherige machen können. Man spürt in diesen neuen Songs einen musikalischen Reifeprozess, der sich in einem Gespür für Dynamik, einem Mut für Platz und Raum niederschlägt, durch den der glamouröse Garage-Rock’n’Roll des Ansa Sauermann sich entfalten kann. Ansa hat seine Komfortzone verlassen.
Das liegt auch an der Vorbereitung für »Gehts noch«: Sauermann hat die neuen Songs im Homestudio so gründlich vorproduziert wie noch nie. Im Sommer 2025 ist er dann mit seiner Band in die Panorama Studios Berlin gegangen und hat das Album mit dem Co-Produzenten Alex Sprave aufgenommen.
Auch für die Romantik ist Ansa Sauermann nicht verloren: Das ironisch gutgelaunte »Liebeslieder« ist einer von zwei Songs, die er mit seiner Frau singt, der Musikerin Madlaina Pollina, die man von Steiner & Madlaina kennt. Der andere Song ist der hypnotische und herrlich wehmütige Geheimtipp der Platte »Schlüssel zur Stadt«.
Es gibt nicht besonders viele Leute, die auf vergleichbar authentische Weise diese Art von Rock’n’Roll mit deutschen Texten spielen können, ohne dabei wie klassischer Deutschrock zu klingen. Das liegt nicht zuletzt an den Gitarren, die Ansa Sauermann nachlässig und sumpfig genug spielt, dass sie gleichzeitig beiläufig hingeschludert und zupackend klingen, in jedem Fall aber international.
Hinzu kommt Ansas irrwitzig eindringliche Art zu singen, mit der er auf diesem Album an seine Grenzen geht. Das gewaltige »Untergehen« ist ein solcher Song: Ansas Stimme ist wie ein wilder Strudel, sie überschlägt sich beinahe, er wirkt angenehm besessen.
Eines der absoluten Highlights und dementsprechend dritte große Single des Albums, ist ohne Frage das mitreissende »Es tut mir leid«. Eine wunderbar zeitlose Midtempo-Ballade, die in ihrem hymnischen Refrain mit lakonischer Geste Britpop und Rock’n’Roll eint.
Diese Songs verbinden eine filmische, psychedelisch grundierte Weite mit einer subtilen Nonchalance und einer herausragenden Gesangsperformance. Wir hören glamourösen Garagenrock mit düsterpsychedelischen Keyboards in dem diabolischen Uptempo-Banger »Tausend Dank«, während sich Ansa mit dem irrlichternden »Schlaf gut« und »Tim Telegram« direkt in die krude Welt von Verschwörungsgläubigen begibt, indem er deren Narrative eins zu eins spiegelt,womit ihm eine authentische Demonstration des wahnhaften Erleuchtungsdogmatismus dieser Leute gelingt.
Letztlich geht es aber auch um die Liebe, den Wunsch, verstanden, gesehen und idealerweise eben geliebt zu werden. Wir erleben Ansa Sauermann auf diesem Album wütend, melancholisch, ironisch, romantisch, kompromisslos – und doch durchdrungen von Empathie.
In diesem Album stecken die Stadt, die Menschen, die Debatten sowie die kleinen Dramen und die großen Gefühle. Das alles und noch viel mehr schwingt hier in jedem Ton, jedem Atemzug mit. Es ist Rock’n’Roll im ursprünglichen Sinne, also gewaltige Befreiungsmusik – und die musste unbedingt raus, das hört und spürt man in jeder dringlichen Sekunde.
(AdP Records)
Mit seiner ersten Single „Frühstück bis Zehn“ aus dem kommenden Album „Gehts Noch“ liefert Ansa Sauermann einen gleichermassen entwaffnenden und eingängigen Protestsong zu einer Zeit, in der Debatten meist mit Schaum vor dem Mund geführt werden.
Eine stürmische Akustikgitarre, ein wehmütiges Klavier, eine forsch zupackende Stimme:
»Frühstück bis zehn, wer hat diesen Scheiß erfunden?«
Eine humorvoll, ansteckende Hymne darüber, wie das Streben nach Individualität im Leben an seine Grenzen stößt.
(AdP records)
2014 erschien die erste Single „Foto“ auf der gleichnamigen EP. Seitdem hat Ansa Sauermann drei Alben und 40 Songs veröffentlicht. 2017 „Weisse Liebe“, 2020 „Trümmerlotte“ und 2023 schliesslich „Du kriegst was du brauchst“. Noch bevor die vierte Platte herauskommen wird, ist der Dresdner auch noch einmal live unterwegs, um bereits alle zwölf Songs des kommenden Albums vorzustellen.
Das neue Album wird voraussichtlich Ende Februar 2026 erscheinen. Nachdem das dritte und letzte Album „Du kriegst was du brauchst“ vor allem mit sanfteren Tönen überzeugen konnte, wird auf der vierten Scheibe nun zum großen Rundumschlag ausgeholt. Die in der Vergangenheit dominierende Akustikgitarre wird immer öfter gegen e-Gitarren eingetauscht, und melancholische Verträumtheit weicht wütender Fassungslosigkeit. Dabei geht es nicht darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern vielmehr darum, denselben unbequem und pointiert in die Wunden unserer Zeit zu legen.
Aber wie immer kommt bei Ansa Sauermann dennoch die Romantik nicht zu kurz, die uns in Zeiten zunehmender Unsicherheit & Spaltung etwas Halt und Zuversicht gibt. Denn wofür sonst lohnt es sich zu kämpfen und die Hoffnung hochzuhalten, wenn nicht für die Liebe!
(AdP Records)





